Achtung – Herbst-Vogelgesänge!
Wir merken es jetzt wohl alle: Die Tage werden deutlich kürzer und die Herbst-Tag-und-Nachtgleiche ist heuer am 23. September nachts um 2.05 Uhr. Und diese Lichtbedingungen – die denen bei der Frühlings-Tag-und-Nachgleiche ähneln, animiert unsere Vogelwelt (natürlich nur die Vögel, die (noch) da sind) zu singen. Nachdem dieser Gesang nun eigentlich im menschlich-wissenschaftlichen Sinn eben keinen Sinn hat – ist er besonders überraschend und anrührend. Denn es geht jetzt um nix, es müssen keine Reviere oder Sonstiges verteidigt oder besungen werden. Es sind im wahrsten Sinne des Wortes: So-da-Gesänge, die sehr entspannt, verspielt und leise erklingen. So hört man jetzt wieder Kleiber rufen, Blau-, Kohl- und Sumpfmeisen singen vor sich hin, Gartenbaumläufer lassen ihre kurzen Strophen hören, machmal ist auch ein Rotkehlchen oder eine Amsel leise mit dabei. Natürlich ist dieser Gesang nicht so wuchtig wie im Frühling – entspannt eben.
Interessanterweise haben die Bäume heuer fast alle heftig gefruchtet, wobei beispielsweise Buchen und auch die Türkische Baumhasel enorm viele Früchte haben und diese jetzt schon frühzeitig abwerfen – klein, mache taub – aber viel. Auch die Eichen bieten viele Eicheln, die Kornelkirschen dagegen waren etwas verhalten – hat aber für Kornelkischen-Marmelade gereicht :-). Momentan sieht es so aus, als hätten unsere Bäume den verrückten Hitzesommer relativ gut weggesteckt – aber eben nur, was man so sieht.
Wie schon erwähnt, haben die Waldkäuze im Engl. Garten heuer nicht gebrütet. Im Norden Münchens scheint es Kauzkinder gegeben zu haben, wie es im Süden oder im Nymphenburger Park aussieht ???
Aber unser „Klasse-Kauz“ in der Tucherpark-Linde ist jetzt – nach einer Sommerpause – doch ab und zu wieder in seiner Höhle, wobei wir uns nicht sicher sind, ob zwischendurch nicht auch sein Weibchen (sie ist eindeutig grau, er ist eindeutig braun) zu sehen ist. Aber egal – es freut alle, die vorbei schaun und ihn oder sie begrüßen können.
Jetzt wird es spannend, was für ein Winter auf uns und die Natur zukommt. Die Berberitzen, die ich letztens im Leutstettener Moor gesehen habe, waren lang und dünn: also sollte es nach deren Meinung ein langer aber nicht zu kalter Winter werden. Wir werden es sehen!